Presse

Meinungen zum Mezzo


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Unter den folgenden Links haben wir einige Pressestimmen für Sie zusammengefasst.





Dippegucker


„Mezzo” in Darmstadt


Das beliebte Darmstädter Lokal ist umgezogen, aber auch in den größeren Räumen des früheren Schlachthof-Restaurants meist überfüllt
DARMSTADT.

Eine Kneipe, in die sie selbst gern gehen würden, wollten „Mezzo“-Gründer Niki Ruhotina und seine Freunde in Darmstadt einst schaffen. Eine klare Küche mit allem, was gut schmeckt. Frisch zubereitet, überwiegend mediterran, aber auch Steak und Wiener Schnitzel (vom Kalb natürlich). Das Konzept kam so gut an, dass im alten Domizil Ecke Pallaswiesen- und Frankfurter Straße außer in Randzeiten fast neun Jahre lang eigentlich nie ein Tisch frei war, allenfalls ein Notsitz an der Theke.

Nun ist das Mezzo umgezogen, nur ein paar hundert Meter die Frankfurter Straße in Richtung Norden hinauf in die alte Schlachthofgaststätte, wo einst das legendäre „Capone‘s“ residierte. Dort ist deutlich mehr Platz. Die kuschelig-familiäre Atmosphäre ist allerdings dahin, die hohen Räume haben eher Hallencharakter. Im großzügigen Biergarten sind wir im ausklingenden Sommer unmittelbar nach dem Umzug auch ohne Voranmeldung problemlos untergekommen, allerdings erlauben die nahe Straße und ein um Großstadt-Flair bemühtes Wasserspiel mit ihrem Brausen nur im hinteren Teil eine entspannte Unterhaltung.
Nun aber, wo es draußen kalt und ungemütlich ist, hätten wir ohne Reservierung keine Chance gehabt. Wieder kein Tisch mehr frei außer dem für uns. Beinahe im Minutentakt mussten wir aus unseren dunkelbraunen Clubsesseln mit ansehen, wie all die Unglückseligen wieder fortgeschickt wurden, die solchen Weitblick nicht hatten. Sie haben allerhand verpasst und machen es beim nächsten Mal sicher richtig.

Dann wird ihnen die neue Umgebung trotzdem vertraut vorkommen, denn die Speisekarte ist kaum verändert. Weiterhin gibt es mittags preiswerte „Mezzo-Lunchs“. Auch die große Tafel gibt es noch, die an die zehn Positionen tagesaktueller Gerichte präsentiert. Dort entdeckten wir zum Beispiel, als Vorspeise getarnt, eine Schüssel Miesmuscheln in Weißwein (9,50), die manchem auch als Hauptgang gereicht hätte. Der Sud vielleicht eine Spur zu salzig, aber mit vielen knackigen Tomaten-Stückchen, Frühlingszwiebeln und Petersilie sehr gehaltvoll, die Muschen äußerst frisch. Zuvor hatten uns frisches Brot und ein luftiger, vorwiegend auf Basilikum basierender Kräuterquark – der Gruß aus der Küche – erfreut.

Eine Herausforderung für ungeübte Esser ist auch der „Mediterrane Vorspeisenteller“, auf dem die bekannten Köstlichkeiten aus italienischen Vorspeise-Vitrinen akkurat nebeneinandergesetzt sind: Caprese mit würzigem Pesto, Serrano-Schinken (den natürlich kein Italiener servieren würde) und Oliven sowie gegrillte Gemüse, deren dezente Raucharomen gut mit dem Räucherlachs harmonieren. Obenauf thront eine Art Knäuel aus frittierten dünnen Selleriestreifen, die uns bei den meisten anderen Gerichten ebenfalls begegnen. Sie fungieren wohl als Deko und Geschmacksverstärker gleichermaßen. Beim vorigen Besuch hatte frittierter Schnittlauch diese Doppelrolle inne.

Aus der Abteilung „Kleine Form“ ist uns eine cremige Gemüsesuppe (4,10 Euro) mit bissfesten Stückchen und milder Würze in ebenso guter Erinnerung wie der Vitamin-Salat (4,30 Euro) mit Blattgrün und milder Joghurtsoße. Milde Schärfe begleitet die Teigtaschen mit Trockentomaten-Ricotta-Füllung zum gebratenen, fleischig-festen Lachsfilet (17,40 Euro). Das Lammcarree (27,90 Euro) war unter seiner Kruste aus Schafskäse und Oliven – ein guter geschmacklicher Zweiklang – schön rosa geblieben, die mediterranen Gemüse dazu ziemlich knackig. Bissfest – aber diesen Fisch kriegt man einfach nicht matschig – und nicht wie sonst mitunter zu Tode gewürzt wurde auch der Seeteufel (22,60 Euro) serviert, der mit Tigergarnelen und Kürbisravioli ein abwechslungsreiches Geschmackstrio lieferte.

Als einziger Minuspunkt des Abends erschien uns eine Himbeer-Pannacotta, die einen etwas mehligen Eindruck hinterließ. Vor allem die Jugend schätzt hingegen die Mousse aus Bailey’s (ein Whisky-Sahne-Likör), Bananen und Schokolade (7,40 Euro), die ein Trommelfeuer cremiger Aromen auf die Zunge einprasseln lässt. Die Kokos-Crème-brûlée (6,80 Euro) gibt sich etwas dezenter, liefert aber auch interessante Kontraste.

Passende Weinbegleitung zum Dessert, etwas Edelsüßes oder einen Port, sucht man im „Mezzo“ leider vergeblich. Nach erfreulichen Begegnungen mit dem Modewein „Lugana“ vom Gardasee (Flasche 22,60 Euro) und einer Rotwein-Cuvee von Thomas Hensel aus Bad Dürkheim (26,50 Euro) ist der Gast jedoch milde gestimmt. Hensels „Aufwind“ aus Cabernet Sauvignon und St. Laurent ist fruchtig und dunkelrot, mit Kirsch- und Pflaumennoten sehr vollmundig.

10. November 2012 | wow
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